Bautagebuch
Im Bautagebuch dokumentieren wir die einzelnen Bauabschnitte und halten alle interessierten Bürgerinnen und Bürger mit Bildern und Infos zu den Baufortschritten auf dem Laufenden.
Campus Ahrensburg: Jetzt wächst der neue Schulstandort in die Höhe
Rohbauarbeiten für vier neue Gebäude des Eric-Kandel-Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule Am Heimgarten gestartet
Neun Monate nach dem Spatenstich haben die Rohbauarbeiten für die vier neuen Gebäude des Eric-Kandel-Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule Am Heimgarten begonnen. Das Gesamtvolumen des Projekts Campus Ahrensburg beträgt rund 115 Millionen Euro.
„Mit dem Beginn der Rohbauarbeiten wird nun immer sichtbarer, dass es bei diesem Projekt mit großen Schritten vorangeht“, sagt Bürgermeister Boege anlässlich einer Baustellenbesichtigung.
Zwei Kräne für vier Häuser
Seit Anfang September steht der erste von zwei Baukränen über dem ehemaligen Sportplatz und in den kommenden Wochen werden umfangreiche Materiallieferungen erwartet: In Kalenderwoche 38 wurden rund 11 Tonnen Beton und 50 Tonnen Stahl auf der Baustelle angeliefert. In der Woche 39 folgen weitere 75 Tonnen Stahl. In der 41. Kalenderwoche wird zudem der zweite Baukran aufgestellt. Damit stehen dann zwei Kräne für die parallel laufenden Rohbauarbeiten zur Verfügung.
Der Entwurf des Architekturbüros ppp Architekten und Stadtplaner wird mit einem hohen Anteil vorgefertigter Betonelemente ausgeführt. Begonnen wird mit der Bodenplatte des Fachklassenhauses C sowie der Teilunterkellerung von Haus A mit Aula und Verwaltung. Anschließend folgen die beiden Klassenhäuser B und D. Wenn alles planmäßig läuft, wird der Rohbau bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Um witterungsbedingte Verzögerungen aus dem Winter 2026 aufzuholen, sind im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben auch Arbeiten samstags bis 15 Uhr vorgesehen.
Grundsteinlegung für November geplant
„Die offizielle Grundsteinlegung wird im November dieses Jahres stattfinden – genau ein Jahr nach dem feierlichen Spatenstich.“, kündigt die verantwortliche Architektin der Stadt Ahrensburg, Christina Gatzen, das feierliche Ereignis an.
Auch wenn der Baufortschritt erst mit dem Hochbau richtig sichtbar wird, waren schon die Monate seit dem Spatenstich von intensiver Bautätigkeit geprägt:
Neben dem Abbruch des Sportplatzes standen aufwändige Arbeiten im Erdreich an. Dabei wurden 96 Erdwärmesonden mit einer Tiefe von bis zu 120 Metern eingebaut. Gemeinsam mit Wärmepumpen und der Photovoltaikanlage bilden sie das Rückgrat der nachhaltigen Energieversorgung des künftigen Campus. Im Sommer kann das System zudem zur Kühlung der Gebäude genutzt werden.
Auch beim Regenwasser geht der Neubau einen nachhaltigen Weg: Zwei unter den künftigen Schulhöfen liegende Rigolen sorgen dafür, dass das Niederschlagswasser der rund 8.500 Quadratmeter begrünten Dachflächen direkt auf dem Grundstück versickern kann.
Bauen bei laufendem Schulbetrieb – ganz ohne Interimsmaßnahmen
Eine weitere Besonderheit des Projekts: Gebaut wird bei laufendem Schulbetrieb – ohne Interimsgebäude. Die Planung auf dem bisherigen Sportplatz ermöglicht es, den Schulbetrieb während der gesamten Bauphase aufrechtzuerhalten.
Der neue Campus soll in den Sommerferien 2029 bezogen werden. Im Anschluss ist der zweite Bauabschnitt im Südosten des Schulgeländes vorgesehen, der bis 2031 fertiggestellt werden soll.
Hintergrund
Mit dem Beschluss vom 25. November 2024 haben die Stadtverordneten den Weg für eines der bedeutendsten Bildungsprojekte in Ahrensburgs jüngerer Geschichte freigemacht: den Neubau des Campus Ahrensburg. In enger Abstimmung mit dem Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss sowie dem Finanzausschuss entstand eine zukunftsweisende Entscheidung, die die schulische Landschaft der Stadt langfristig stärken wird. Bis 2031 entsteht hier ein moderner Campus für rund 1.600 Lernende und Lehrende.
Den Ausgangspunkt bildete ein Beschluss aus dem Jahr 2020 zur Entwicklung eines Sanierungs- und Erweiterungskonzepts für das Schulzentrum Am Heimgarten. Eine umfassende Bestandsanalyse zeigte, dass die bestehenden Gebäude den zukünftigen pädagogischen Anforderungen weder räumlich noch technisch gerecht werden können. Fehlende Differenzierungsbereiche, zu kleine Klassenräume, innenliegende Fachräume ohne Tageslicht, ausgelastete haustechnische Anlagen sowie Containerklassen als Übergangslösung verdeutlichten den dringenden Handlungsbedarf. Hinzu kamen eine veraltete, schadstoffbelastete Gebäudehülle und ein erhöhter Energieverlust sowie Brandschutzvorrichtungen, die nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen.
Mit dem neuen Campus Ahrensburg wird ein Ort geschaffen, der optimale Lernbedingungen, moderne Architektur und nachhaltige Gebäudetechnik miteinander vereint. Das Projekt setzt ein starkes Zeichen für zukunftsorientierte Bildung in Ahrensburg und bietet den kommenden Generationen einen erstklassigen Raum zum Lernen, Lehren und Entwickeln.
Nachhaltige Energie: Heizen und Kühlen mit Erdwärme
Im Zentrum des Energiekonzepts steht die Nutzung von Geothermie
Dabei kommen sogenannte Erdwärmesonden zum Einsatz: In bis zu 120 Meter tiefe Bohrungen werden U-förmige Kunststoffrohre eingebracht, durch die ein Trägermedium zirkuliert. Dieses nimmt die im Erdreich gespeicherte Wärme auf. Mithilfe einer Wärmepumpe wird die Energie für die Gebäude nutzbar gemacht.
Die Vorteile dieses Systems sind vielfältig.:
- Effizientes Heizen auch bei sehr niedrigen Temperaturen
- Möglichkeit zur Kühlung im Sommer
- Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern
Im März 2026 starteten die Bohrarbeiten für insgesamt 96 Erdwärmesonden. Mit einer Gesamtsondenlänge von rund 11.500 Metern zählt das Projekt zu den größeren geothermischen Anwendungen im Bildungsbereich und zeigt das Potenzial dieser Technologie für öffentliche Gebäude. Die Geothermieanlage liegt unter den vier Neubauten und wird fertiggestellt, bevor die Rohbauarbeiten im Juli 2026 beginnen.
Geplant wurde die Anlage von Fachingenieuren der HSW GmbH aus Rostock in enger Abstimmung mit dem Kreis Stormarn. Die Umsetzung erfolgt durch die GeoHanse GmbH aus Elmenhorst.
Solarstrom unterstützt die Wärmeversorgung
Ergänzt wird das Energiekonzept durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Neubauten. Sie liefern grünen Strom, der insbesondere die Grundlast der Wärmepumpen deckt.
Der gesamte Wärmebedarf des Campus wird künftig vollständig durch dieses nachhaltige System gedeckt, sowohl im Sommer als auch im Winter.
Massive CO₂-Einsparung und Signalwirkung über die Region hinaus
Das Projekt verdeutlicht, wie sich kommunale Klimaziele konkret umsetzen lassen: durch die Kombination aus moderner Architektur, erneuerbaren Energien und langfristiger Planung.
Klimaschutzmanagerin Stefanie Kubitza hebt die Dimension hervor:
„Der CO₂-Ausstoß der Schule wird von durchschnittlich 470 Tonnen CO₂ auf circa 7 Tonnen gesenkt. Der Vergleich mit einem Wohngebäude mit einem Ausstoß von circa 17 Tonnen CO₂ pro Jahr macht deutlich, was für ein großer Fortschritt das für uns ist.“
Bürgermeister Eckart Boege betont: „Jede Umstellung auf CO2-neutrale Wärmequellen ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Als Kommune haben wir den Anspruch und die gesetzliche Pflicht, bei dieser Entwicklung Vorbild zu sein. Durch den Campusneubau setzen wir Maßstäbe für klimafreundliche Energieversorgung im Bildungsbau und können uns von unserem bisher größten CO₂-Emittenten verabschieden.“
Daten zur Energieversorgung des neuen Schulcampus
- 96 Erdwärmesonden mit 120m Länge
- Gesamt-Wärmeentzug 665,9 MWh/a
- PV-Anlage: 758 Module à 450 W, Leistung 341,1 kWp
Baufeld
Zwischenlager Bornkampsweg
Nach der Winterpause startet das Tiefbauunternehmen mit der Herrichtung der Fläche Bornkampsweg.
Hier wird das Aushubmaterial des 1. Bauabschnitts zwischengelagert, um es im 2. Bauabschnitt wieder einbauen zu können.
Die Maßnahme ist in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und mit dem Fachdienst
Abfall, Boden und Grundwasserschutz des Kreises Stormarn geplant worden.
Ziel war es, Kosten zu sparen und sparsam mit dem Schutzgut Boden umzugehen.
Das Grundstück am Bornkampsweg ist in städtischem Besitz.
Herrichten des Grundstücks für die Geothermiebohrungen
Das Grundstück des Sportplatzes Campusneubau Ahrensburg wird für die 98 Geothermiebohrungen hergerichtet.
Hierzu wird der Oberboden abgetragen und der Boden unter Haus A ausgehoben. Die Sportplatzanlage wird demontiert.
Das Erdmaterial wird zum Zwischenquartier Bornkampsweg transportiert und hier bis zum Wiedereinbau im 2. Bauabschnitt gelagert.
Baustellenabsicherung
Ein großes Augenmerk wird auf die Trennung zwischen der Baustelle und dem laufenden Schulbetrieb mit 1.500 Schülerinnen und Schülern, sowie über 200 Lehrkräften gelegt.
Daher wurde zwischen dem Schulhof und dem Baubetrieb ein circa 2m hoher ortsfester Bauzaun errichtet, der beide Bereich voneinander trennt.
Der Baustellenbereich wird zudem mit einer Überwachung ausgestattet.
Damit die Schülerinnen und Schüler noch genug Frei- und Bewegungsflächen auf dem verbleibenden Schulhof haben, wurde der vorhandene nord-westlich legende Schulhofbereich um zwei kleine Fußballfelder bereichert und die Tischtennisplatten unter das Haupthaus gestellt. Die Flächen wurden direkt sehr gut angenommen!
Spatenstich am 12. November 2025
Erster offizieller Spatenstich für den Campus-Neubau am 12.11.2025 auf dem Sportplatzgelände des Schulzentrums Am Heimgarten
Das Schulzentrum Am Heimgarten in Ahrensburg beherbergt das Eric-Kandel-Gymnasium und die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten. Zudem sind Schülerinnen und Schüler der Fritz-Reuter-Schule (Förderzentrum) und ein DaZ- Zentrum angebunden.
Das Bestandsgebäude stammt aus den 1970er-Jahren und wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert. Aufgrund steigender Schülerzahlen – von derzeit rund 1.200 auf voraussichtlich 1.500 bis zum Jahr 2030 – sowie zusätzlicher Raumanforderungen für Fachunterricht und Differenzierung ist der vorhandene Platz nicht mehr ausreichend. Zudem wurde die Gebäudesubstanz nach eingehenden Untersuchungen als abgängig bewertet.
Am 12.11.2025 erfolgte der feierliche erste Spatenstich für den Campusneubau unter Mitwirkung von Herrn Detlefs (ppp Architekten), Herrn Wöhl (Schulleitung Eric-Kandel-Gxmnasium), Bürgermeister Eckart Boege, Bürgervorsteher benjamin Stukenberg, Herrn Gehrke (Schulleitung Gemeinschaftsschule)
Umsiedlung der Amphibien aus dem Schulbiotop
Teichmolche ziehen um – Schülerprojekt zum Campusneubau in Ahrensburg
Beim geplanten Neubau des Campus Ahrensburg wurden im Rahmen eines landschaftspflegerischen Gutachtens sowohl mögliche Fledermausquartiere als auch die Tierwelt im Schulteich untersucht. Während im Gebäude keine Fledermäuse nachgewiesen wurden, fanden Fachplaner im Teich zahlreiche Teichmolche – eine verbreitete, nicht besonders geschützte Art.
Damit die Tiere nicht gefährdet werden, setzte sich der Siebtklässler Mats Gottschalk von der Gemeinschaftsschule Am Heimgarten für deren Schutz ein. Sein Engagement führte zu einem Schülerprojekt, das die Umsiedlung der Molche begleitet. Bereits im Juli nahm er an der ersten Umsiedlungsaktion teil; weitere Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte wurden später von Experten eingewiesen. Bis Mitte Oktober 2025 wurden die Molche in ein nahegelegenes, fischfreies Gewässer gebracht, bevor der Teich für die Baustelleneinrichtung zurückgebaut wird.
Abbrucharbeiten
Mit Beginn der Sommerferien 2025 fand der erste und vorerst einzige Umzug im Schulzentrum Heimgarten für die Neubaumaßnahme statt.
Der Fachraum Kunst der Gemeinschaftsschule befindet sich nun in den Räumlichkeiten des Lernateliers und der Fachraum Werken nutzt den freigewordenen Kunstraum für seine Holzwerkstatt.
Die Fachräume standen für die Schule nach den Ferien wieder zur Verfügung.
Der Fachraum Werken wurde ab August abgebrochen, da hier und auf dem angrenzenden Kleinspielfeld später das Haus B seinen Platz finden wird.
Baumrückschnitt am 1. und 2. Oktober 2025
Am 01.und 02.Oktober 2025 wurden die Fällarbeiten des 1. Bauabschnitts nach vorheriger Beantragung durchgeführt.
Die Ausgleichspflanzungen werden innerhalb der Neubaumaßnahme im Bereich der Außenanlagen gesetzt.
Am 01.und 02.10.2025 wurden die Fällarbeiten des 1. Bauabschnitts durchgeführt.
Die Fällung der Bäume wurde vorher beantragt. Die Ausgleichspflanzungen werden
innerhalb der Neubaumaßnahme im Bereich der Außenanlagen gesetzt.
Fotos: Nic Fey