Zivil- und Bevölkerungsschutz in Ahrensburg
Ahrensburg baut für rund 2,5 Mio. Euro den Standort Feuerwehrwache Mitte krisensicher aus. Abriss alter Fahrzeughallen startet am 28. Juli – neue Fahrzeughalle soll bis Ende 2027 fertiggestellt sein.
Auf dem Gelände der Feuerwache Mitte wird es sichtbar: Mit dem Abriss der beiden alten Fahrzeughallen beginnt in KW 31 der nächste wichtige Schritt für die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Feuerwehrstandortes Ahrensburg Mitte. An ihrer Stelle entsteht eine neue Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen für große Einsatzfahrzeuge, Wechsellader und Materialwagen sowie einem eigenen Waschplatz. Die Fertigstellung ist für Mitte Dezember 2027 vorgesehen.
Die beiden Hallen, die nun weichen, sind Teil einer über Jahrzehnte gewachsenen Feuerwache. Die Anlage besteht derzeit aus einem Hauptgebäude und zwei separaten Hallengebäuden und wurde zwischen den 1960er und späten 1970er Jahren errichtet. Während das Hauptgebäude im Laufe der Jahre in verschiedenen Bereichen angepasst und modernisiert wurde, entsprechen die beiden kleineren Hallen aufgrund ihrer Abmessungen nicht mehr den Anforderungen moderner Einsatzfahrzeuge und sind substantiell abgängig.
Bevor die Gebäude selbst abgebrochen werden, beginnt zunächst die Demontage im Inneren. Im Anschluss erfolgt der eigentliche Gebäudeabriss. Damit wird auf dem Gelände Platz für den Neubau geschaffen.
Sechs Tore und zwölf Stellplätze
Die neue Fahrzeughalle wird konsequent an den heutigen und zukünftigen Anforderungen der Feuerwehr ausgerichtet. Hinter sechs Toren entstehen bis zu zwölf Stellplätze, die für große Einsatzfahrzeuge, Wechsellader und Materialwagen ausgelegt sind.
Bei der Planung wurden sowohl die zusätzlichen Stellplatzbedarfe aus der Feuerwehrbedarfsplanung vom 1. November 2023 als auch zusätzlicher Raumbedarf für den Zivil- und Bevölkerungsschutz berücksichtigt.
Der Neubau ist inzwischen vollständig beschlossen und beauftragt.
„Mit dem Abriss der alten Hallen wird nun auch vor Ort sichtbar, was wir in den vergangenen Jahren intensiv geplant haben. Wir schaffen hier keine überdimensionierte Lösung, sondern genau das, was unsere Feuerwehr heute und in Zukunft benötigt. Besonders wichtig ist mir, dass wir dabei die Sicherheit und gute Arbeitsbedingungen für unsere Einsatzkräfte mit einem verantwortungsvollen Umgang mit städtischen Mitteln verbinden“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Klaus Korte.
Von fünf auf rund 2,28 Millionen Euro
Die Planungen für die neue Fahrzeughalle reichen bis in das Jahr 2021 zurück. Am 20. Dezember 2021 hatte die Stadtverordnetenversammlung dem Abbruch der beiden Kleingaragen und dem Neubau einer Fahrzeughalle grundsätzlich und einstimmig zugestimmt.
Das seinerzeit geplante Bauvolumen mit Kosten von rund fünf Millionen Euro wurde anschließend noch einmal grundlegend überprüft. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Weiterentwicklung der gesamten Standortplanung der Feuerwehr. Mit den Planungen für die zukünftigen Wachen Süd und West, konnten die Aufgaben und Kapazitäten der einzelnen Standorte neu betrachtet und der tatsächliche Bedarf für die Feuerwache Mitte präziser bestimmt werden.
Dadurch konnte das ursprünglich vorgesehene Bauvolumen erheblich reduziert werden. Die aktuelle Kostenschätzung nach DIN 276 beläuft sich auf rund 2,28 Millionen Euro brutto – und damit auf nur noch etwa 45 Prozent der ursprünglich veranschlagten Kosten.
Feuerwehr bleibt während der Bauzeit voll einsatzfähig
Auf den Einsatzbetrieb der Feuerwache hat die Baumaßnahme keine wesentlichen Auswirkungen. Das Gelände ist über zwei Zufahrten erreichbar. Die aktuell genutzten Einsatzfahrzeuge stehen bereits in der großen Fahrzeughalle des Hauptgebäudes und können von dort weiterhin wie gewohnt ausrücken. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr bleibt somit während der gesamten Bauzeit gewährleistet. „Unsere Fahrzeuge und unsere technische Ausstattung haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark weiterentwickelt – die alten Hallen sind dabei schlicht an ihre Grenzen gekommen. Mit dem Neubau bekommen wir die Stellplätze und den Raum, den wir für einen modernen und verlässlichen Einsatzbetrieb brauchen. Für uns als Feuerwehr ist das ein wichtiger Schritt, um am Standort Mitte auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt zu sein“, sagt Gemeindewehrführer Florian Stephani.
Auch die Einbindung des Neubaus in seine Umgebung wurde bei der Planung berücksichtigt. Aufgrund der Hanglage des ehemaligen Weinbergs und der höher gelegenen angrenzenden Grundstücke fügt sich die neue Halle zurückhaltend in das Umfeld ein. Eine helle Außenbekleidung von Fassade und Dach soll zudem für ein freundliches Erscheinungsbild sorgen und den Neubau optisch in das bestehende Ensemble der Feuerwache integrieren.
„Bevor auch nur der erste Spatenstich gesetzt werden kann, fließen unzählige Stunden in die Detailplanung und Abstimmungsprozesse. Ganz entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit mit den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr – erst recht, weil das neue Gebäude parallel zum laufenden Einsatzbetrieb errichtet wird. Den Bauablauf so zu steuern, dass die Einsatzfähigkeit der Wehr zu keiner Sekunde beeinträchtigt wird, ist extrem anspruchsvoll. Genau dieser organisatorische Vorlauf sorgt dafür, dass am Ende Qualität, Sicherheit und Zeitplan stimmen. Für diesen gemeinsamen Erfolg arbeiten wir Seite an Seite. Und am Ende schließen wir das Projekt erfolgreich ab.“, so Sjarai de Vries, verantwortliche Architektin bei der Stadt Ahrensburg und federführend für das Neubauprojekt. Mit dem Abriss der alten Hallen beginnt nun die sichtbare Umsetzung eines Projekts, das den Standort der Feuerwache Mitte langfristig für die Anforderungen einer modernen Feuerwehr sowie des Zivil- und Bevölkerungsschutzes rüstet.
Zivil- und Bevölkerungsschutz weiter stärken
Der Zivil- und Bevölkerungsschutz spielt bei der Weiterentwicklung der Ahrensburger Feuerwehr eine wichtige Rolle. Denn den Feuerwehren kommt neben ihren alltäglichen Aufgaben bei Bränden, Unfällen und anderen Einsätzen eine weitere Bedeutung zu. Sie sind auch bei größeren Schadenslagen und Krisensituationen ein zentraler Bestandteil der Gefahrenabwehr. Entsprechend wurde bei der Planung der neuen Fahrzeughalle zusätzlicher Platzbedarf für Aufgaben des Zivil- und Bevölkerungsschutzes berücksichtigt.
Ein weiterer wichtiger Baustein der städtischen Vorsorge sind die geplanten Notfallinformationspunkte (NIP). Insgesamt sollen im Ahrensburger Stadtgebiet sieben solcher Anlaufstellen eingerichtet werden. Als Standorte sind verschiedene Schulen, Feuerwehrstandorte sowie der Bauhof vorgesehen. Durch die Verteilung über das Stadtgebiet soll im Krisenfall eine möglichst gute Erreichbarkeit für die Bevölkerung gewährleistet werden.
Die Notfallinformationspunkte können bei größeren Schadens- oder Krisenlagen aktiviert werden, beispielsweise bei einem länger andauernden und großflächigen Stromausfall. Wenn Telefon, Mobilfunk oder Internet nicht mehr oder nur eingeschränkt funktionieren, dienen sie der Bevölkerung als verlässliche Anlaufstellen. Dort können Bürgerinnen und Bürger Informationen zur aktuellen Lage erhalten und Notrufe absetzen, wenn die üblichen Kommunikationswege ausgefallen sind.