„Jugend im Rathaus“: Rund 350 Schülerinnen und Schüler erleben Demokratie hautnah
Vier Tage lang stand das Rathaus ganz im Zeichen der Demokratie: Zum Planspiel „Jugend im Rathaus“ waren rund 350 Schülerinnen und Schüler der vier weiterführenden Ahrensburger Schulenangemeldet undeingeladen selbst zu erleben, wie kommunalpolitische Entscheidungsprozesse ablaufen.
Wie funktioniert eigentlich Kommunalpolitik und welche Rolle spielt die Verwaltung? Und was ist erforderlich, um eine gute Idee in die Tat umzusetzen? Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen, konnten die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der weiterführenden Ahrensburger Schulen beim Demokratie-Planspiel erhalten. Los ging es mit der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule am Montag, 18.05.2026. Es folgten die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten am Dienstag, 19.05., das Gymnasium Stormarnschule am Mittwoch, 20.05. und das Eric-Kandel-Gymnasium am Donnerstag, 21.05.2026.
Die Jugendlichen sammelten zunächst Ideen zu den Oberthemen Kultur, Schule, Sport und Jugend. Anschließend fanden sie sich in Kleingruppen zu ihrem Lieblingsthema zusammen und arbeiteten dieses konkret aus. Das Ziel war es, eine Beschlussvorlage zu erstellen, die über den Kinder- und Jugendbeirat Einzug in die Kommunalpolitik Ahrensburgs halten kann. Dabei ging es nicht nur um die inhaltliche Beschreibung der Projektidee, sondern beispielsweise auch um die Frage, wie sich das Projekt finanzieren lässt.
Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler von Vertreterinnen und Vertretern der Fraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und WAB, die an allen vier Tagen beratend zur Seite standen.
Jeden Tag nominieren die einzelnen Fraktionsvertreter und die Schülerschaft jeweils ihre Favoriten, aus denen dann, in demokratischer Abstimmung, das beste Projekte des Tages hervorgeht. Dieses findet automatisch Eingang in die nächste Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates und wird dort weiter diskutiert und gegebenenfalls zur Umsetzung empfohlen. In diesem Jahr überzeugten an den vier Tagen unter anderem folgende Projekte:
- (Jugend-)Café mit Kino im alten Speicher
- Öffentlich zugängliche Fußballplätze
- Frei zugängliche Sportplätze
- Öffentliches Buchungssystem für den Stormarnplatz
Bürgermeister Eckart Boege bestätigt: „Demokratie lebt vom Mitmachen. Bei Jugend im Rathaus erfahren die Schülerinnen und Schüler jedes Jahr, wie das auf kommunaler Ebene funktioniert und was man bewegen kann. Es begeistert mich immer wieder zu sehen, mit wie viel Kreativität, Interesse und Einsatz die Jugendlichen ihre Ideen und Vorstellungen für unsere Stadt einbringen. Mein herzlicher Dank gilt auch dem Kinder- und Jugendbeirat, dem Stadtjugendring sowie der Stadtjugendpflege der Stadt Ahrensburg, die dieses wertvolle Demokratieplanspiel auch in diesem Jahr erneut mit großem Engagement organisiert und begleitet haben.“ Das Planspiel „Jugend im Rathaus“ wird seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt und soll auch künftig ein fester Bestandteil der kommunalen Jugendarbeit bleiben. Es bietet jungen Menschen die Möglichkeit, frühzeitig Einblicke in demokratische Prozesse zu gewinnen und eigene Vorstellungen für die Stadtentwicklung einzubringen.
„Mit dem Planspiel „Jugend im Rathaus“ möchten wir jungen Menschen zeigen, dass Demokratie nicht irgendwo weit weg stattfindet, sondern direkt vor ihrer eigenen Haustür beginnt. Gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbeirat sowie dem Stadtjugendring schaffen wir jedes Jahr die Möglichkeit, Kommunalpolitik hautnah zu erleben und eigene Ideen einzubringen. Solche Erfahrungen stärken unsere demokratische Gesellschaft nachhaltig.“, weiß Caroline von Lowtzow, Jugendpflegerin bei der Stadt Ahrensburg.
„Das Planspiel „Jugend im Rathaus“ war unglaublich spannend. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Schülerinnen und Schüler vielseitige Ideen eingebracht haben – wie etwa freie Sportangebote, ein (Jugend-)Café mit Kino im „Alten Speicher“, weitere Beispiele der Tage. Das zeigt, wie intensiv sich die Jugendlichen mit ihrer Stadt auseinandersetzen. Ich freue mich sehr darauf, die entstandenen Ideen gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbeirat weiterzuverfolgen und ihre Umsetzung zu begleiten.“, so der neue Vorsitzende des Kinder- und Jugendbeirates Ahrensburg, Finn Kessler.
Auch die Geschäftsführerin des Stadtjugendrings, Julia Jastrembski, zeigt sich begeistert: “Ich freue mich sehr darüber, dass sich neben der Verwaltung auch fünf Fraktionen aktiv an Jugend im Rathaus beteiligt und die Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer Projekte unterstützt haben. Ich hoffe, dass viele der Schülerinnen und Schüler auch über das Planspiel hinaus aktiv bleiben und sich weiterhin für die Interessen ihrer Generation und für unsere Stadt einsetzen – zum Beispiel im Kinder- und Jugendbeirat.“
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Hintergrundinfos zu Jugend im Rathaus
Das Planspiel "Jugend im Rathaus" findet jedes Jahr im Rathaus statt.
In kleinen Arbeitsgruppen erfahren die Teilnehmenden, wie die Verwaltung aufgebaut ist und wer an welchen Entscheidungen mitwirken muss. Anhand von Oberthemen entwickeln die Schülerinnen und Schüler aus ihrer Idee für ihre Stadt einen Antrag / Beschlussvorschlag. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, mit den zuständigen Fachdiensten der Verwaltung ins Gespräch zu gehen und sich dort fachliche Unterstützung zu holen. Anschließend werden sie ihre Anträge mit den an diesen Tagen im Rathaus anwesenden Fraktionsmitgliedern diskutieren und für Zustimmung werben. Die Beschlussvorlage wird anhand geltender Anforderungen verfasst – dazu gehört unter anderem eine Kostenplanung. Das Ergebnis gibt ein Gefühl für die Komplexität der Entscheidungsfindungsprozesse im Rathaus und in den politischen Ausschüssen.
Das Planspiel wird vom Kinder- und Jugendbeirat in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring und der Jugendpflege der Stadt Ahrensburg organisiert und durchgeführt.