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Erdwärme und Solarenergie: 

Schulcampus-Neubau in Ahrensburg setzt Maßstäbe für klimafreundliche Bildungsinfrastruktur

Mit dem Baustart im Herbst 2025 hat in Norddeutschland eines der ambitioniertesten Projekte für nachhaltige Bildungsbauten begonnen: der Neubau eines modernen Schulcampus für rund 1.500 Schülerinnen und Schüler des Eric-Kandel-Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule Am Heimgarten. Auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes entsteht eine zukunftsorientierte Campusanlage, die ältere Schulgebäude aus den 1970er-Jahren ersetzt.  

Moderner Campus in zwei Bauabschnitten

Im ersten Bauabschnitt entstehen bis zum Jahr 2029 vier Neubauten in modularer Skelettbauweise:

  • Ein zentrales Gebäude mit Verwaltung und Aula bildet die Campusmitte
  • Zwei identische Gebäude bieten Unterrichtsräume bis zur 10. Klasse für beide Schulen
  • Ein weiteres Gebäude im Norden beherbergt gemeinsam genutzte Fachräume

Ab 2029 folgt der zweite Bauabschnitt:
Ein Bestandsgebäude wird für die gymnasiale Oberstufe saniert, ergänzt durch einen Erweiterungsbau mit Mensa und zusätzlicher Sporthalle. Auch ein neuer Sportplatz ist geplant.

Nachhaltige Energie: Heizen und Kühlen mit Erdwärme

Im Zentrum des Energiekonzepts steht die Nutzung von Geothermie

Dabei kommen sogenannte Erdwärmesonden zum Einsatz: In bis zu 120 Meter tiefe Bohrungen werden U-förmige Kunststoffrohre eingebracht, durch die ein Trägermedium zirkuliert. Dieses nimmt die im Erdreich gespeicherte Wärme auf. Mithilfe einer Wärmepumpe wird die Energie für die Gebäude nutzbar gemacht.

Die Vorteile dieses Systems sind vielfältig.:

  • Effizientes Heizen auch bei sehr niedrigen Temperaturen
  • Möglichkeit zur Kühlung im Sommer
  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern

Im März 2026 starteten die Bohrarbeiten für insgesamt 96 Erdwärmesonden. Mit einer Gesamtsondenlänge von rund 11.500 Metern zählt das Projekt zu den größeren geothermischen Anwendungen im Bildungsbereich und zeigt das Potenzial dieser Technologie für öffentliche Gebäude. Die Geothermieanlage liegt unter den vier Neubauten und wird fertiggestellt, bevor die Rohbauarbeiten im Juli 2026 beginnen.

Geplant wurde die Anlage von Fachingenieuren der HSW GmbH aus Rostock in enger Abstimmung mit dem Kreis Stormarn. Die Umsetzung erfolgt durch die GeoHanse GmbH aus Elmenhorst.

Solarstrom unterstützt die Wärmeversorgung

Ergänzt wird das Energiekonzept durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Neubauten. Sie liefern grünen Strom, der insbesondere die Grundlast der Wärmepumpen deckt.

Der gesamte Wärmebedarf des Campus wird künftig vollständig durch dieses nachhaltige System gedeckt, sowohl im Sommer als auch im Winter.

Massive CO-Einsparung und Signalwirkung über die Region hinaus

Das Projekt verdeutlicht, wie sich kommunale Klimaziele konkret umsetzen lassen: durch die Kombination aus moderner Architektur, erneuerbaren Energien und langfristiger Planung.

Klimaschutzmanagerin Stefanie Kubitza hebt die Dimension hervor:
„Der CO-Ausstoß der Schule wird von durchschnittlich 470 Tonnen CO auf circa 7 Tonnen gesenkt. Der Vergleich mit einem Wohngebäude mit einem Ausstoß von circa 17 Tonnen CO pro Jahr macht deutlich, was für ein großer Fortschritt das für uns ist.“

Bürgermeister Eckart Boege betont: „Jede Umstellung auf CO2-neutrale Wärmequellen ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Als Kommune haben wir den Anspruch und die gesetzliche Pflicht, bei dieser Entwicklung Vorbild zu sein. Durch den Campusneubau setzen wir Maßstäbe für klimafreundliche Energieversorgung im Bildungsbau und können uns von unserem bisher größten CO₂-Emittenten verabschieden.“

Daten zur Energieversorgung des neuen Schulcampus

  • 96 Erdwärmesonden mit 120m Länge
  • Gesamt-Wärmeentzug 665,9 MWh/a
  • PV-Anlage: 758 Module à 450 W, Leistung 341,1 kWp

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